Sauna
Infrarot Wärmekabinen – was steckt dahinter?
Mit der Anwendung einer Sauna möchte man eine Verbesserung der Gesundheit erreichen. Indem man den Körper zum schwitzen bringt, scheidet dieser durch den Schweiss vermehrt Schlackenstoffe und andere Stoffwechselendprodukte aus dem Körper aus. Ausserdem findet durch die thermische Einwirkung auf den Körper eine Anregung des Kreislaufes statt. Dieser erhöhte Kreislauf bringt mehr Blut zu den Zellen. Dadurch werden mehr Sauerstoff (O2) und Nährstoffe zu den Zellen gebracht und gleichzeitig findet ein erhöhter Abtransport von Kohlendioxyd (CO2) und Schlackenstoffen statt. - Der Körper regeneriert sich schneller.

Damit der Körper überhaupt zu schwitzen beginnt, muss die Kerntemperatur des Körpers (ca. 36,5° C), erhöht werden. Durch eine nur schon sehr geringe Erhöhung der Kerntemperatur reagiert der Körper mit gesteigerter Schweissproduktion. Damit wird, da das Wasser der Schweisses seinen Aggregatszustand ändert (von flüssig zu gasförmig) eine Verdunstungskälte erzeugt die den Körper kühlt.

Nun gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Methoden den Körper durch thermische Einwirkung zum Schwitzen zu bringen.

1. Thermische Einwirkung auf den Körper über die Raumtemperatur und deren Luftfeuchtigkeit.

Bei dieser Methode wird Wärme über und durch die Haut von aussen zugeführt. Der Körper erwärmt sich also von aussen nach innen. Über die Kapillaren der Haut und deren Durchblutung kommt es nach und nach zu einer Erwärmung der Kerntemperatur.

2. Thermische Einwirkung auf den Körper über Infrarot- Wärmestrahlung.

Bei dieser Methode wird der Körper einer Infrarot- Wärmestrahlung ausgesetzt. Die Infrarotstrahlen sind in der Lage die Haut zu durchdringen und setzen mit ihrer Wirkung in der tiefe z.B. der Muskulatur an. Die Wärmeapplikation findet im innern des Körpers statt. Der Körper wird also direkt von innen her erwärmt. Dadurch werden bei einer Infrarotwärmekabine auch keine so hohen Temperaturen notwendig wie bei einer Türkischen- oder Finnischen-Sauna. Um die Kerntemperatur des Körpers zu erhöhen muss nicht zuerst die Isolationsschicht (Haut) überwunden werden. Ebenfalls ist die Kreislaufbelastung weit geringer als bei einer Türkischen- oder Finnischen-Sauna. Auch entsteht viel weniger das Gefühl der Platzangst. Eine solche Art der Wärmeanwendung findet man sehr oft in Spitälern wo es darum geht Säuglinge warm zu halten, oder im therapeutischen Bereich wenn gezielt einzelnen Bereichen des Körpers wärme appliziert werden soll.

Was ist Infrarot?
Infrarot ist, wie die Grafik zeigt der langwelligste Bereich des Lichtspecktrums. Diese Art Licht ist aber für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar, sondern sie wirkt nur noch als wärmestrahlung. Infrarotstrahlung wird also als Wärme wargenommen. Alles auf der Welt strahlt Infrarotstrahlung aus, jedoch verschieden viel. So kann z.B. durch eine Spezialkamera diese Infrarotwärmestrahlung sichtbar und auch messbar gemacht werden. Dies kommt bei Gebäuden zur anwendung wo man schwachtellen in der Isolation, also stellen mit grossem Wärmeverlust sichtbar machen kann. Die Polizei ist mit Wärmebildkameras in stockdunkler Nacht auf Verbrecherjagt und kann so alles sehen wie am Tag. In den Spitälern werden Neugeborene unter Infrarotlampen warm gehalten und im Wellnessbereich sind Infrarot Saunas gang und gäbe, da sie durch ihre tiefenwirkung, den kleinen Platzbedarf und die niedrigen Unterhaltskosten sehr begehrt sind.

Medizinisch applizierte Infrarotstrahlung ist also in keinster weise zu vergleichen mit UV, Röntgen, Mikrowellen oder anderen gesundheitsschädlichen Strahlungen!